7 Gründe wieso Consultants zu erfolgreichen Gründern werden

Was haben folgende Personen gemeinsam: Maximilian Tayenthal, Alexander Brand, Nikita Fahrenholz, Thomas Griesel, Benjamin Bauer, Arne Bleckwenn?

1. Den Kennern der Startup Szene werden die Namen bekannt vorkommen. Denn es sind alles deutsche Entrepreneure: Maximilian Tayenthal (Co-Founder N26), Alexander Brand (Co-Founder Windeln.de), Nikita Fahrenholz (Co-Founder Delivery Hero), Thomas Griesel (Co-Founder hello fresh), Benjamin Bauer (Co-Founder Foodpanda), Arne Bleckwenn (Co-Founder Wimdu).

2. Es sind nicht irgendwelche Entrepreneure, sondern sie sind sogar unter den Top 100 erfolgreichsten in Deutschland (laut Bundesverband deutsche Startups e.V.) gemessen daran, wie viel Venture Capital sie geraised haben.

3. Sie alle haben vor ihrer Zeit als Unternehmer ihr Geld für eine gewisse Zeit als Consultants verdient, so wie noch weitere 13 der Top 100 Entrepreneure. Das macht den Beruf des Unternehmensberaters zu der Nummer 1 in diesem Ranking.

(4. Und ja, es sind leider alles Männer, was echt sch…ade ist und zeigt, dass hier noch viel Arbeit zur Förderung von Entrepreneurinnen nötig ist.)

19 der TOP100 deutschen Entrepreneure, die am meisten Venture Capital geraised haben, waren vorher Consultants

Auch wenn mich meine wissenschaftliche Vergangenheit gelehrt hat, dass Korrelation (1) nicht das gleiche wie Kausalität ist und (2) in beide Richtungen funktioniert, nehme ich diese oben genannte Tatsache hier als Anlass um zu fragen: Wo ist hier der Zusammenhang? Wieso haben es gerade Consultants so oft geschafft Investoren davon zu überzeugen, Venture Capital für ihre Idee bereitzustellen? Hier sind 7 Antworten von mir auf diese Frage:

1. Der Aufbau von Cross-Industry Know-How

Ein besonderer Faktor, der bei der Entwicklung von unternehmerischem Geschick helfen kann, ist die schiere Menge an Projekten, an denen eine Beraterin mitarbeitet. Die gleichzeitige Arbeit an Projekten in nicht verwandten Bereichen, z.B. Öl und Gas und Telekommunikation, ist nicht ungewöhnlich. Dadurch erwerben Consultants nicht nur 360-Grad-Fachwissen über verschiedene Branchen hinweg sondern können Besonderheiten der einen Industrie auf andere übertragen und Unterschiede ausnutzen-

2. Consultants entwickeln eine Spürnase für das, was funktioniert und was nicht

Eine erfahrene Beraterin verfügt nicht nur über wertvolle Kenntnisse in vielen Branchen, sondern wird durch ihre Erfahrung im Aufspüren von Schwachstellen und Chancen auch zur Expertin für die Lösung komplexer Geschäftsprobleme. Als Beraterin kennt man die Marktbedingungen von Produkten und Geschäftsmodellen in verschiedenen Branchen. So lassen sich zum einen Trends und Opportunitäten besser erkennen. Zum anderen lernt man aber gleichzeitig wie man auf diese zu reagieren hat.

3. Consultants sind high-performer

Consultants arbeiten in einem hochgradig stressigen Umfeld, inmitten großer Unklarheit und Ungewissheit. 60-80 Stunden Wochen sind keine Seltenheit. Man gewöhnt sich also daran die ein oder andere Nacht im Büro zu verbringen. Diese Erfahrung bereitet sie auf die schwierigen Jahre als Unternehmer vor. Sie lernen mit Stress und Krisen umzugehen, werden also resilienter, belastbarer und wissen was „harte Arbeit“ bedeutet.

4. Consultants haben ein gutes Netzwerk

Auch das Netzwerk, das Berater im Laufe der Jahre durch die Vielzahl der Mandate und der diversen Kunden aufgebaut haben, ist bei der Gründung eines Unternehmens wertvoll. Es verschafft ihnen einen Vorteil gegenüber anderen Jungunternehmerinnen, zB beim das Sparring von Ideen oder beim Zugang zu Experten, Kapital und Ressourcen geht.

5. Consultants sind Allrounder müssen sich aber gleichzeitig immer weiterentwickeln

Ein Unternehmer arbeitet nicht in Silos. Er muss sich in allen Bereichen des Unternehmens auskennen. Darüber hinaus sollte er aber vorranging ein Visionär sein. Und die besten Unternehmensvisionäre wissen, wie sie ihr Vorhaben in wertschöpfende und zielgerichtete Maßnahmen aufteilen können – oder anders gesagt, sie müssen herausfinden, wie sie eine Aufgabe angehen können. Berater lernen genau das, da sie in einem Umfeld agieren, in dem sie täglich mit verschiedenen Szenarien, Gegebenheit und vor allem (!) Menschen zu tun haben. Mit jedem neuen Mandat ist der Berater gezwungen sich den Bedingungen des Unternehmens, für das er arbeitet, anzupassen. Mit der Zeit wird er darin besser und wächst daran. Durch den Aufbau eines Netzwerks, das Kennenlernen verschiedener Branchen Tätigkeiten und den täglichen Kundenumgang bringen Consultants beste Voraussetzung für das Gründertum mit.

6. Consultants können Sales und Storytelling aka Pitchen

In einer kundenorientierten Branche ist die Einhaltung von Zeit- und Qualitätsvorgaben ein wichtiger Faktor für die Kundentreue – und wenn man nicht das liefert, was man bis zu einem bestimmten Datum versprochen habt, besteht die Gefahr, dass ein wichtiger Teil des zukünftigen Geschäfts verloren geht und die Folgebeauftragung nicht zustande kommt. Berater arbeiten kaum in einer wirklichen Arbeitgeber-Arbeitnehmer Beziehung, sondern fast ausschließlich in einer Kunde- Dienstleister Beziehung (oder Auftraggeber-Auftragnehmer Beziehung). So lernen sie sich und ihr Produkt zu verkaufen und zu präsentieren. Apropos präsentieren: Es ist eine der Hauptaufgaben von Beratern ihre Konzepte auf Slides zu bringen und meist vor Vorständen oder Geschäftsführern so zu vermitteln, dass diese überzeugt von dem Konzept sind. Kommt euch das bekannt vor? Ersetzt „Berater“ durch „Gründer“, „Konzept“ durch „Idee“ und „Vorstände“ durch „Venture Capital Investoren“ und ihr habt einen Pitch. Kurzum: Berater pitchen – tagein tagaus – vor Kunden! Dabei ist eines immer am wichtigsten: Die Storyline! Man lernt eine Geschichte prägnant zu kommunizieren und die Botschaft auch bei seitenlangen Daten und Recherchen nicht aus den Augen zu verlieren. Man überzeugt, indem man lernt Geschichten zu erzählen. Jede Startup-Gründerin braucht diese Kernkompetenz. Denn sie müssen ihre Geschichte Kunden, Investoren, Partnern und Mitarbeitern präsentieren.

7. Consultants sind Teamplayer

Berater arbeiten häufig in Teams und auch wenn – wie man hört – gerade bei den großen Beratungshäusern intern die Ellbogen-Kultur oft größer sein soll als die Team-Kultur, so wissen Berater dennoch zumindest in der Theorie wie Teams effektiv zusammenarbeiten. Sie werden sogar zu regelrechten Experten hochkomplexer Teams von Menschen mit abweichenden und gegensätzlichen Meinungen, Eigenschaften und Ansichten und darin sie zu leiten und zu motivieren.

Mir würden noch zahlreiche andere Parallelen einfallen und je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger wundert mich, dass Consulting eine gute Vorbereitung für das Gründertum ist, auch wenn das schwer zu belegen sein dürfte. (Aber vielleicht hat ja mal jemand Bock das in einer richtigen Forschungsarbeit für seinen Bachelor oder Master zu untersuchen. Falls also jemand ein Thema sucht – gern geschehen).

Ich kann auf jeden Fall aus meiner persönlichen Erfahrung berichten, dass ich all die oben genannten Punkte erlebt bzw. gelernt habe in meiner bisherigen Zeit als Berater bei der perpetuo GmbH. Hinzukommt, dass wir mit dem „Besten aus Managementberatung und Startup“, dem wir uns verschrieben haben, einen noch größeren Fokus auf Entrepreneurship legen, die „Ausbildung zum Gründer“ bei uns also noch besser ist.

Achso…und das Thema mit der Ellbogen-Kultur in großen Beratungshäusern. Naja, zum einen gehören wir (noch) nicht zu den ganz Großen. Und zum anderen, wer uns kennt, weiß das „Corporate Family“ der Kitt ist, der uns zusammenhält und wir das hier echt und wirklich leben. Und wer uns nicht kennt? Tja…dann lernt uns kennen – wird Zeit!

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