5 Gründe als Unternehmensberater zu arbeiten

Spätestens seit dem Video von Harry G., dem bayerischen polarisierenden Comedian, kennt nahezu jeder die Vorurteile, den vermeintlichen Arbeitsalltag und den dazugehörigen Lebensweg von Unternehmensberatern.

Berater selbst schmunzeln bei dem Video, den Beratern nahestehende Personen nicken einvernehmlich und Menschen, die so gar nichts mit Beratern zu tun haben, schütteln zumeist nur mit dem Kopf. Doch bei all dem Humor, den Parallelen zum echten Leben und den Vor- & Nachteilen des „Berater-Lifestyles“, stellen sich zwei grundlegende Fragen: Ist der Beruf des (Unternehmens-) Beraters erstrebenswert oder nicht? Und wenn ja, wer ist für den Beruf des „Beraters“ geeignet?

An dieser Stelle muss man zu aller erst definieren, was ist eigentlich ein „Berater“? Und bei einer kleinen Recherche stellt sich schnell heraus, dass es eigentlich keine genaue Definition des Berufsbildes gibt. Zwar gibt es mittlerweile erste Studiengänge, die es sich auf die Fahne geschrieben haben „Unternehmensberater zu produzieren“, doch eine klassische Ausbildung oder ein standardisiertes Studium gibt es nicht. Und somit könnte man kurzer Hand meinen, dass es sich lediglich um eine beratende Funktion handelt, die Berater in Unternehmen innehaben.

Diese sehr simple Darstellung trifft den Beruf des Beraters eigentlich recht gut, denn kaum ein anderes Berufsfeld hat eine derartig große Bandbreite, wie der des Beraters. Der Beraterberuf ist unfassbar vielfältig und deckt alle Branchen und Unternehmensgrößen ab – gleichzeitig sind auf jedem Level, vom kurzfristigen Teamunterstützer bis zum Interim CEO, Berater in nationalen und internationalen Unternehmen anzutreffen.

In einer immer komplexer, schneller und sich verändernden Welt kann kaum ein Unternehmen alle Tätigkeiten und jedwedes Know-How abdecken, welches an der ein oder anderen Stelle im Unternehmen benötigt wird. „Make or Buy“ also „Einstellen oder Einkaufen“ ist oft die Frage, wie entschieden wird, ob Berater eingekauft werden oder nicht. Natürlich kann man nicht alle Situationen und Positionen, wo Berater zum Einsatz kommen, mit wenigen Worten abdecken, aber ich möchte behaupten, dass Berater immer dann eingesetzt werden, wenn es sich um temporäre Tätigkeiten handelt, die ein Spezialwissen oder besondere Fähigkeiten erfordern.

Da die Szenarien nahezu endlos sind, wo, wie und wann Berater eingesetzt werden und insbesondere, welche Fähigkeiten benötigt werden, so sind auch die Berater selbst höchst divers. So wundert es kaum, dass viele Berater Quereinsteiger sind und in ihrem Fachgebiet eingesetzt werden – lediglich nicht bei einem festen Unternehmen, sondern bei diversen. Aber auch Berater, die direkt in den Beruf einsteigen finden Ihren Weg. Oftmals beginnend als „Generalisten“ finden jene Berater im Laufe der Zeit ihr Fachgebiet und bringen neutralen, fachlich versierten Rat für Unternehmen mit.

5 Gründe, die den Beruf des Beraters so erstrebenswert machen:

1) Ansteigende Nachfrage und eine sichere Berufswahl

Knapp 150.000 Menschen arbeiten in Deutschland als Unternehmensberater. Und wer denkt, dass das wenig ist, sollte sich zum Vergleich bewusst machen, dass es aktuell ca. 55.000 Hausärzte in Deutschland gibt. Im Gegensatz zu der Anzahl der Hausärzte, steigt die Anzahl der Berater allerdings stetig an. Im Umkehrschluss heißt diese Entwicklung, welche durch die stetig steigende Nachfrage – auf nationaler und internationaler Ebene – zu begründen ist, dass ein guter Berater zumeist ein sicheres Mandat haben wird. Hinzu kommt, dass (außer in Ausnahmesituationen) immer gewisse Branchen oder Unternehmen Beraterbedarf haben, auch wenn andere eben diese Berater nicht beschäftigen wollen oder können. Somit sind Berater nur indirekt von etwaigen wirtschaftlichen Schwankungen betroffen.

2) Abwechslung, interessante Unternehmen, Themen und Personen

Oftmals hört man, dass Arbeitnehmer sich schnell langweilen und Ihnen die Abwechslung fehlt. Als Berater gehört genau diese Abwechslung zum Alltag. Davon ab, dass kein Tag dem anderen gleicht, sind Berater immer nur für einige Monate bei einem Kunden – heißt, zwischen 3 und 18 Monaten, wobei 6-12 Monate die Regel sind. Berater haben also jedes Jahr einen „neuen Job“, ohne den Arbeitgeber wechseln zu müssen. Neben dieser attraktiven Abwechslung, sind aber auch die Stellen wo Berater eingesetzt werden sehr interessant. Nicht selten sind Berater genau bei den Unternehmen im Einsatz, wo viele Arbeitnehmer gerne arbeiten würden; vom DAX-Konzern bis zum Hidden-Champion. Als Berater bekommst man oft tiefe Einblicke in interessante Unternehmen und zudem in deren interessante Projekte. Der Grund hierfür ist, dass gerade wichtige, erfolgskritische oder neue Themen mit Beratern besetzt werden. Als Berater kann man sich sicher sein, dass man sich nie in einem 08/15 Mandat wiederfindet.

Der positive Nebeneffekt bei all der Abwechslung besteht darin, dass viele Berater innerhalb der ersten 3 Jahre herausfinden, welche Branche oder welches Themengebiet Ihnen am besten gefällt und spezialisieren sich auf gewisse Punkte. Oft ist es überraschend, wo Berater im Laufe Ihrer Karriere landen und was ihnen letzten Endes am meisten zu liegen scheint. Doch auch keine Spezialisierung ist kein Ausschlusskriterium, da für gute Generalisten mit dem „Berater-Gen“ immer Bedarf besteht.

Neben diesen recht faktischen Punkten sollten aber die Menschen im Vordergrund stehen, mit denen Berater tagtäglich beim Kunden zu tun haben. Berater sind Ratgeber, Moderatoren, Sparringspartner, Unterstützer und immer die helfende Hand, die der Kunde benötigt. Das Bild des „Rausschmeißers“ oder der „Heuschrecke“ haben viele Menschen im Kopf, doch gute Berater sind schnell der erste Ansprechpartner beim Kunden und gern gesehene Gesichter. Menschen sind das „Business“ der Berater und nirgendswo anders kann man so viele unterschiedliche Persönlichkeiten kennenlernen.

3) Wertvolle Erfahrung und steile Lernkurven

Die Abwechslung und die Menschen, die man im Laufe der Jahre kennenlernen darf, führen dazu, dass man sich als Berater rasend schnell entwickeln kann. In jedem Unternehmen und auf jedem Projekt kann man wertvolles Wissen generieren und sich Fähigkeiten aneignen. Berater werden  praktisch von einem Training zum nächsten geschickt. Kaum ein Beruf verspricht eine derart steile Lernkurve. Kleiner Bonus: je länger man als Berater unterwegs ist, umso größer und wichtiger werden die Projekte. Neben den vielzähligen Menschen beim Kunden, lernen Berater schnell Vorstände und Entscheider kennen. Von Beginn an kann man sich ein Netzwerk aufbauen und mit „großen Köpfen“ zusammenarbeiten und von diesen lernen.

4) Gute Aufstiegschancen und überdurchschnittliche Vergütung

Die Frage nach dem Gehalt ist für manche mit Sicherheit eine der interessantesten. Natürlich gibt es auch hier große Unterschiede zwischen den Beratungen selbst, doch sind oft zitierte Spitzeneinstiegsgehälter von 70.000€ doch eher die Ausnahme. Realistisch betrachtet liegen die Einstiegsgehälter zwischen 40.000€ und 60.000€. Das ist abhängig vom Studienabschluss, der persönlichen Erfahrung und natürlich dem Unternehmen wo der (angehende) Berater sich bewerben möchte, bzw. der Branche, in welcher das jeweilige Beratungsunternehmen tätig ist. Doch neben dem Fakt, dass Arbeitnehmer mit einem solchen Gehalt in den oberen Rängen der Einkommensverteilung in Deutschland liegen, kommen sehr gute Aufstiegschancen hinzu. Nach wenigen Jahren können Unternehmensberater ihr Einstiegsgehalt verdoppeln und sich zudem über Boni und weitere Vorteile, wie z.B. Firmenwagen, IT-Ausstattung, besondere Mitgliedschaften in Clubs, etc. freuen. Nicht zu unterschätzen sind zudem Schulungen, Zertifizierungen und weitere „Fortbildungen“, die den Marktwert des Beraters deutlich steigern. Die Devise lautet: gut verhandeln, Leistung bringen, stetig weiterentwickeln und aufsteigen.

5) Arbeitskollegen und Berater unter sich

Abschließend sollte noch auf einen Punkt eingegangen werden, der mitunter der wichtigste ist. Berater sind oft vom gleichen Schlag. Wer sich dazu entscheidet Berater zu werden, bzw. eine gewisse Zeit als Berater tätig ist, der kann sich sicher sein, dass er in seinem Unternehmen als auch auf den verschiedenen Stationen seines Weges auf viele Kollegen trifft, mit denen er sich hervorragend verstehen wird. Berater teilen die gleichen Normen und Werte, den gleichen Lebensstil, verstehen sich in einem freundlichen Miteinander und sind sehr auf ein vertrauensvolles Verhältnis bedacht. Nicht zuletzt, da eben diese Art zu neuen Mandaten führen kann. Man darf allerdings nicht vergessen – insbesondere, wenn die Tätigkeit wie so oft mit Reisen verbunden ist – das man mit den jeweiligen Kollegen mehrere Tage die Woche, bis zu 16h am Tag zusammen ist. Unter Beratern entstehen und existieren viele Freundschaften. Doch auch abseits der Freundschaften stehen Berater in einem Unternehmen füreinander ein und stärken sich gegenseitig den Rücken. Kämpfe innerhalb des eigenen Unternehmens sind verpönt und führen nur zu einer schlechteren Leistung beim Kunden.

Rückblickend – und ich gehöre noch nicht zum „alten Eisen“ – kann ich den Werdegang des Beraters, für Menschen, die das „Berater-Gen“ haben, nur empfehlen. „Berater-Gen“ meint an dieser Stelle all jene Eigenschaften, die ein Berater aufweisen muss. Dazu gehören neben einer extrem schnellen Auffassungsgabe, einer strukturierten und analytischen Denkweise sowie Problemlösungskompetenzen insbesondere auch eine sehr gute Allgemeinbildung, Empathie, Teamfähigkeit, ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten und ein selbstbewusstes als auch bestimmtes Auftreten.

Wenn diese Punkte für einen persönlich zutreffen und man sich vorstellen kann als Berater beruflich aktiv zu werden, dann sollte man sich tiefer mit dem Thema auseinandersetzen und erste (Bewerbungs-) Gespräche führen.

Du bist selbst interessiert am Beraterleben und möchtest das Ganze mal ausprobieren? Bewirb dich gerne über unsere Website www.perpetuo.de. Wir melden uns ganz sicher bei dir.

Die perpetuo GmbH ist eine seit 2007 existierende international agierende Unternehmensgruppe. Kernkompetenzen der perpetuo sind Managementberatung, Change-Management, Turnaround Management, Digitale Vermarktung sowie Venture Management. Die Hauptzielgruppen sind Unternehmer und Geschäftsführer von Mittelständlern (Hidden Champions) in und um Dortmund sowie Startups.

Weitere Artikel aus unserem Blog

All Rights Reserved © Perpetuo 2020

Menü schließen